Was ist die Aussage des Gleichnisses von Pharisäer und Zöllner und wo steht sie in der Bibel?

 Das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner ist eines der bekanntesten Gleichnisse Jesu und findet sich im Neuen Testament der Bibel im Evangelium nach Lukas (Lukas 18,9–14).

Aussage des Gleichnisses

Das Gleichnis erzählt von zwei Männern, die im Tempel beten:

  1. Der Pharisäer:

    • Steht selbstbewusst da und betet zu sich selbst (nicht zu Gott).
    • Dankt Gott dafür, dass er nicht wie die anderen Menschen ist – besonders nicht wie der Zöllner.
    • Rühmt sich seiner Frömmigkeit: Er fastet zweimal in der Woche und gibt den Zehnten von allem, was er besitzt.
    • Sein Gebet ist voller Selbstgerechtigkeit und Verachtung für andere.
  2. Der Zöllner (Steuereinnehmer):

    • Steht abseits und wagt nicht einmal, aufzublicken.
    • Schlägt sich an die Brust und betet: “Gott, sei mir Sünder gnädig!”
    • Sein Gebet ist voller Demut und Reue.

Jesus schließt das Gleichnis mit dem folgenden Urteil ab (Lukas 18,14):

„Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt nach Hause, nicht jener. Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“

Zentrale Botschaft

  • Gott beurteilt nicht äußere Frömmigkeit, sondern das Herz.
    • Der Pharisäer verlässt den Tempel ohne Vergebung, weil er sich für gerecht hält.
    • Der Zöllner geht gerechtfertigt nach Hause, weil er seine Sündhaftigkeit erkennt und um Gottes Barmherzigkeit bittet.
  • Demut und Reue sind Gott wichtiger als religiöse Rituale oder menschliche Selbstgerechtigkeit.
  • Das Gleichnis richtet sich gegen Selbstgerechtigkeit und Verachtung anderer – eine Warnung vor religiösem Hochmut.

Hintergrund und Bedeutung

  • Pharisäer waren eine religiöse Gruppe im Judentum, die sich durch strikte Einhaltung des Gesetzes auszeichneten. Jesus kritisierte sie oft für ihre Heuchelei und Überheblichkeit (vgl. Matthäus 23).
  • Zöllner waren in der damaligen Gesellschaft verachtet, weil sie oft korrupt waren und mit den Römern zusammenarbeiteten. Jesus zeigte jedoch, dass auch sie Vergebung erfahren können, wenn sie umkehren.

Warum ist das Gleichnis heute noch relevant?

  • Es erinnert daran, dass wahre Spiritualität nicht in äußerem Schein, sondern in innerer Haltung besteht.
  • Es warnt vor Selbstgerechtigkeit und fordert dazu auf, demütig und barmherzig zu sein.
  • Es zeigt, dass Gott die Demütigen erhöht – nicht die, die sich selbst rühmen.

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