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Passerby-Phänomen

  Das Passerby-Phänomen (im Deutschen meist als Zuschauer-Effekt oder Bystander-Effekt bekannt) beschreibt ein sozialpsychologisches Phänomen: Je mehr Menschen bei einem Notfall oder einer kritischen Situation anwesend sind, desto unwahrscheinlicher ist es, dass eine einzelne Person hilft. Warum greifen Menschen in Gruppen nicht ein? Hauptursachen für dieses Verhalten sind psychologische Mechanismen: Verantwortungsdiffusion: In einer Gruppe teilt sich die empfundene Verantwortung auf alle Anwesenden auf. Jeder denkt: „Jemand anderes wird schon helfen oder den Notruf wählen.“ Pluralistische Ignoranz (soziale Hemmung): Menschen orientieren sich am Verhalten anderer. Wenn niemand reagiert, interpretieren die Umstehenden die Situation als nicht gefährlich oder nicht dringlich ( „Wenn es ernst wäre, würde doch jemand etwas tun“ ). Bewertungsangst: Die Furcht, sich lächerlich zu machen, die Situation falsch einzuschätzen oder etwas Falsches zu tun, hemmt das Handeln. Der berühmte Ursp...