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Hans Baumann: Wollt im Winter ... mehrere Fassungen

 Hier ist der vollständige Text des Gedichts (beziehungsweise Liedes) „Wollt im Winter ein Baumwipfel“ von Hans Baumann in seiner klassischen Fassung mit vier Strophen. Dieses Stück zeichnet sich durch seine schlichte, fast märchenhafte Zählstruktur aus, die den Einzug des Winters beschreibt. Wollt im Winter ein Baumwipfel von Hans Baumann 1. Strophe Wollt im Winter ein Baumwipfel glänzen wie der Mai, da kam eine Flocke, da kamen ihrer zwei . Sie setzten sich auf seine Spitzen und wollten dort beim Winde sitzen. 2. Strophe Wollt im Winter ein Baumwipfel glänzen wie der Mai, da kam eine Flocke, da kamen ihrer drei . Sie deckten ihm die Augen zu, da ging der Baum in seine Ruh. 3. Strophe Wollt im Winter ein Baumwipfel glänzen wie der Mai, da kam eine Flocke, da kamen ihrer vier . Die machten ihn so weiß und schwer, als ob er ganz aus Silber wär. 4. Strophe Wollt im Winter ein Baumwipfel glänzen wie der Mai, da kam eine Flocke, da kamen ihrer viel . Sie machten ihn so weiß und li...

Baumann: Wollt im Winter... Vergleich zweier Fassungen

  Gemini hat gesagt Das von dir zitierte Gedicht (bzw. Lied) ist ein sehr bekanntes Beispiel für Lyrik, die im Laufe der Zeit den Charakter eines Volksliedes angenommen hat und dadurch in verschiedenen Varianten existiert. Der Vergleich zwischen deiner Fassung und der Erstfassung von Hans Baumann (veröffentlicht ca. 1935/1936 in Werken wie „Der helle Tag“ ) offenbart einige interessante Unterschiede in Struktur und Wortwahl. 1. Die Strophenanzahl: 3 vs. 4 Der auffälligste Unterschied ist die Länge. Deine Fassung besteht aus drei Strophen (Winter, Sommer, Fazit). Baumanns Original ist jedoch vierstrophig . In der Erstfassung gibt es zwischen dem Sommer und dem Schluss noch eine Strophe, die das Motiv der Vergänglichkeit auf die Tageszeiten überträgt: Wollt am Abend ein Brieflein schreiben, hab’s in Tau geschrieben. Kam der Tag, der lichte, macht’ es zunichte, nichts ist übriggeblieben. 2. Sprachliche Details und Reime Deine Fassung wirkt „runder“ und volkstümlicher gereimt, wäh...

Hans Baumann: "Wollt im Winter ein Brieflein schreiben"

Das ist ein wunderbarer Klassiker von Hans Baumann! Es ist eines dieser Wintergedichte, die mit ihrer schlichten, fast kindlichen Sprache eine ganz besondere Wärme ausstrahlen. Hier ist der Text, falls du ihn gerade nicht ganz im Kopf hast: Wollt im Winter ein Brieflein schreiben Wollt im Winter ein Brieflein schreiben, wollt' es keinem Menschen zeigen, hab’s dem Nordwind anvertraut, der hat’s mir vom Tisch geklaut. Hat’s getragen über die Heide, hat’s getragen weit in die Weite, hat’s getragen bis ans Meer, dort gabs keine Briefe mehr. Kam ein Fischlein angeschwommen, hat mein Brieflein mitgenommen, hat’s getragen tief hinab, wo es keine Briefe gab. Kam ein Sternlein am Himmel oben, hat mein Brieflein aufgehoben, hat’s getragen hoch hinauf, schrieb den Namen Gottes drauf. Warum das Gedicht so charmant ist Es folgt einer klassischen Stationen-Dramaturgie , wie man sie oft in Volksliedern findet. Der Brief wandert durch alle Sphären: Die Erde: Die Heide und das weite Land. Das Wass...

Was sind gegenwärtig die größten Flüchtlingslager auf der Welt (mit Quelle)?

 Weltweit sind Flüchtlingslager oft kleine Städte für sich, die über Jahrzehnte wachsen. Die genauen Zahlen schwanken täglich, doch basierend auf aktuellen Daten des UNHCR und Hilfsorganisationen für 2025/2026 sind dies die größten Zentren: 1. Cox’s Bazar (Kutupalong), Bangladesch Dies ist das gegenwärtig größte Flüchtlingslager der Welt . Es handelt sich um ein riesiges Netzwerk von Lagern, in dem vor allem die muslimische Minderheit der Rohingya lebt, die aus Myanmar geflohen ist. Bevölkerung: Über 1.000.000 Menschen (viele Quellen fassen die verschiedenen Unterlager in der Region Cox’s Bazar zusammen). Hintergrund: Die Massenflucht begann verstärkt im Jahr 2017 aufgrund von Gewalt und Verfolgung in Myanmar. 2. Bidibidi, Uganda Lange Zeit das größte Lager in Afrika, hat sich Bidibidi eher zu einer dauerhaften Siedlung entwickelt. Uganda verfolgt eine progressive Flüchtlingspolitik, bei der Geflüchtete Land zur Bewirtschaftung erhalten. Bevölkerung: Etwa 270.000 Menschen (Sta...

Sind in Bonsels "Die Biene Maja" Spuren von Bonsels Wertschätzung der NSDAP zu erkennen?

  Waldemar Bonsels, der Autor von „Die Biene Maja“, zeigt in seinem Werk und seiner Biografie durchaus Spuren von Nähe zur NSDAP und antisemitischen Einstellungen, auch wenn er kein Mitglied der Partei war. Bonsels publizierte mehrfach antisemitische Stellungnahmen und passte sich in gewisser Weise der NS-Ideologie an. Er zeigte Sympathien für nationalsozialistisches Gedankengut, was sich auch in der Interpretation seiner Werke widerspiegelt. So wird etwa die Bienenkönigin in „Die Biene Maja“ als eine Art Herrscherin dargestellt, was im Kontext der NS-Ideologie als Symbol für ein „Herrenvolk“ gedeutet werden kann  www.wienerzeitung.at  www.stormarnlexikon.de  . Seine Bücher (mit Ausnahme von „Die Biene Maja“) wurden 1933 bei den Nazi-Bücherverbrennungen verbrannt, was allerdings nicht zwangsläufig gegen eine gewisse ideologische Nähe spricht. Nach dem Krieg wurde Bonsels als ein „Chamäleon“ beschrieben, der sich opportunistisch an das NS-Regime anpasste, ohne offen p...

Vergleiche Eliots "Waste Land" mit "Rilkes Duineser Elegien"

  Gemini hat gesagt Zwei der bedeutendsten Werke der literarischen Moderne entstanden fast zeitgleich: T.S. Eliots "The Waste Land" (1922) und Rainer Maria Rilkes "Duineser Elegien" (begonnen 1912, vollendet 1922). Obwohl beide Texte auf die tiefe Krise des westlichen Bewusstseins nach dem Ersten Weltkrieg reagieren, unterscheiden sie sich fundamental in ihrer Tonalität und ihrem Lösungsansatz. Kernvergleich: Krise und Überwindung Merkmal T.S. Eliot: "The Waste Land" Rainer Maria Rilke: "Duineser Elegien" Zustand Spirituelle Dürre, Fragmentierung, kultureller Zerfall. Ontologische Unsicherheit, menschliche Unzulänglichkeit. Struktur Collage, Vielstimmigkeit, harte Schnitte (Montagetechnik). Hymnisch, fließend, zyklisch (Klage und Jubel). Bezug zur Tradition Zitat-Dschungel; Sehnsucht nach verlorener Ordnung. Mythologische Neuschöpfung (der "Engel"); Transformation. Das Transzendente Abwesend oder nur in fernen Echos (Sanskrit-Mantras)...