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Schloss Boncourt

 Der Begriff Schloss Boncourt (französisch: Château de Boncourt ) bezieht sich vor allem auf zwei historisch und kulturell bedeutende Orte: 1. Das historische Schloss Boncourt in der Champagne (Frankreich) Dies ist der bekannteste Bezugsort, untrennbar verbunden mit dem deutschen Dichter und Naturforscher Adelbert von Chamisso (geboren als Louis Charles Adélaïde de Chamissot de Boncourt ). Geschichte: Das Schloss war der Stammsitz der Adelsfamilie Chamisso und lag in der Champagne bei Ante (nahe Châlons-en-Champagne). Es galt als das imposanteste der drei Familienschlösser. Adelbert von Chamisso wurde dort im Januar 1781 geboren. Zerstörung: Während der Französischen Revolution musste die Familie fliehen. Das Schloss wurde im Jahr 1792 auf einer öffentlichen Auktion verkauft und anschließend vollständig abgerissen. Heute sind auf dem landwirtschaftlich genutzten Gelände nur noch Grabenkonturen und Fundamentreste im Boden vorhanden. Das Gedicht „Das Schloß Boncourt“: Weltberühm...
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Jan Gerber Das Verschwinden des Holocaust Zum Wandel der Erinnerung - Inhalt

 In seinem Buch „Das Verschwinden des Holocaust. Zum Wandel der Erinnerung“ (erschienen 2025 in der Edition Tiamat ) widmet sich der Historiker und Politikwissenschaftler Jan Gerber einer alarmierenden These: Die kollektive Erinnerung an den Holocaust schwindet in der Gegenwart und verliert an Kontur. Anstatt das Gedenken als eine stetig wachsende, unumstößliche Errungenschaft zu betrachten, zeigt Gerber in seinem historischen Essay, wie brüchig, umkämpft und widersprüchlich diese Erinnerung von Anfang an war. Er verbindet dabei die Gedächtnisgeschichte der Schoa mit der Politik-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts. Der wesentliche Inhalt und die Kernargumente 1. Das „erste Verschwinden“ nach 1945 Gerber bricht mit dem Mythos, dass das Bewusstsein für die Singularität (Einzigartigkeit) des Verbrechens direkt nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzte. Unmittelbar nach 1945 geriet der Holocaust im öffentlichen und intellektuellen Bewusstsein das erste Mal in V...

Lessing über Wahrheit

  Wenn man von Gotthold Ephraim Lessings Gedanken über die Wahrheit spricht, gibt es vor allem zwei weltberühmte Texte, die seine Philosophie der Aufklärung auf den Punkt bringen: die Ringparabel aus dem Drama Nathan der Weise und sein bekanntes Zitat aus der Streitschrift Eine Duplik . Lessings Kernbotschaft ist radikal und zeitlos: Kein Mensch besitzt die absolute Wahrheit, und das ist auch gut so. Viel wichtiger ist das unermüdliche Streben danach und das moralische Handeln im Alltag. Hier sind die beiden wichtigsten Texte und ihre Bedeutung im Detail: 1. Die Ringparabel (aus Nathan der Weise , 1779) Das ist Lessings bekanntester Text zum Thema Wahrheit. Der Sultan Saladin stellt dem weisen Juden Nathan die Fangfrage, welche der drei monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) denn nun die wahre sei. Nathan antwortet mit einer Geschichte (einer Parabel): Die Geschichte kurz erzählt: Ein Vater im Osten besitzt einen magischen Ring, der die Eigenschaft hat, seine...

Auf welches Buch von Schwarz stützte sich Franz Alt "Die 100 wichtigsten Worte Jesu – Wie er sie wirklich gesagt hat"?

 Franz Alt stützte sich bei seinem Buch „Die 100 wichtigsten Worte Jesu – Wie er sie wirklich gesagt hat“ (sowie bei dem vorausgegangenen Band „Was Jesus wirklich gesagt hat“ ) maßgeblich auf das Lebenswerk des evangelischen Theologen, Sprachwissenschaftlers und Aramäisten Dr. phil. Günther Schwarz (1928–2009). Das zentrale Kernwerk von Günther Schwarz, aus dem Franz Alt die rekonstruierten Jesus-Worte schöpft, heißt: „Das Jesus-Evangelium: Wiederherstellung des geistigen Eigentums Jesu“ (erschienen im Ukkam-Verlag, gemeinschaftlich herausgegeben und weitergeführt mit seinem Sohn Jörn Schwarz) . Der Hintergrund der Zusammenarbeit Günther Schwarz verbrachte rund 50 Jahre damit, die griechischen Texte des Neuen Testaments in Jesu tatsächliche Muttersprache – das Altaramäische – zurückzübersetzen. Seine These war, dass die Worte Jesu im aramäischen Original eine feine, poetische Versform besaßen. Er stufte nur jene Sätze als authentisch ein, die sich fehlerfrei und ohne logische B...

Günter Schwarz: „Das Jesus-Evangelium: Wiederherstellung des geistigen Eigentums Jesu“ Was sagt Schwarz über sein Vorgehen bei der Rückübersetzung?

 In seinem Werk „Das Jesus-Evangelium: Wiederherstellung des geistigen Eigentums Jesu“ beschreibt der Theologe und Aramaist Günther Schwarz ein akribisches und für die traditionelle Theologie radikales Vorgehen. Da die ältesten überlieferten Texte des Neuen Testaments auf Griechisch verfasst sind, Jesus aber im Alltag das galiläische Aramäisch sprach, setzt Schwarz genau an dieser Sprachbarriere an. Sein jahrzehntelanges Vorgehen bei der Rückübersetzung lässt sich im Wesentlichen durch drei Kernprinzipien beschreiben: 1. Das Kriterium der aramäischen Poesie Der wohl wichtigste methodische Hebel für Schwarz ist die poetische Form . Er argumentiert, dass im antiken Orient Lehren mündlich tradiert wurden. Um im Gedächtnis zu bleiben, mussten die Worte Jesu eine feste, rhythmische und poetische Struktur besessen haben (z. B. durch Parallelismen oder Reimformen). Sein Vorgehen: Schwarz übersetzte die griechischen Bibeltexte Wort für Wort zurück ins jüdisch-palästinische Aramäisch. Ei...

Gib den Inhalt von Marianne Fredricksson Noreas Saga wieder und setze das Buch in Beziehung zu den Büchern über Eva und Kain

  „Noreas Saga“ (im schwedischen Original Noreas saga , erschienen 1983) ist der dritte Teil einer tiefgründigen Trilogie der schwedischen Autorin Marianne Fredriksson. Gemeinsam mit „Eva“ ( Evas bok , 1980) und „Kain“ ( Kains bok , 1981) bildet das Buch ein großes, psychologisches Epos, das die biblische Urgeschichte (Genesis) völlig neu und aus einer feministischen, tiefenpsychologischen Perspektive interpretiert. Hier ist eine Zusammenfassung des Inhalts von „Noreas Saga“ und die Einordnung im Verhältnis zu den ersten beiden Bänden. Inhalt von „Noreas Saga“ Norea ist in der biblischen (insbesondere der gnostischen) Tradition die Tochter von Eva und Adam und die Schwester von Kain, Abel und Seth. In Fredrikssons Roman steht Norea für die Generation nach dem Sündenfall und den ersten großen Traumata der Menschheit (Vertreibung, Brudermord). Das Erbe der Traumata: Norea wächst im Schatten einer zutiefst verletzten Familie auf. Ihre Mutter Eva ist gezeichnet vom Verlust des Par...