Posts

Ist folgende Aussage über Dänemark zutreffend? Es gibt eine Vorstellung beim Amtsarzt und eine Begutachtung der Arbeitsfähigkeit. Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeitsfähig ist, erhält Sozialleistungen, alle anderen ein Jobangebot. Das kann er nehmen, oder nicht. Nimmt er es nicht, erhält er exakt 0,00€ Sozialleistungen, wegen fehlender Kooperationsbereitschaft Der Job wird landesweit angeboten, d. h. also, nicht nur auf dem Festland, sondern auch auf einer der vielen Inseln.

  Die Aussage ist in wesentlichen Teilen stark verkürzt beziehungsweise unzutreffend . Sie gibt gängige Mythen und Schlagwörter über das dänische Sozialsystem wieder, entspricht aber nicht der tatsächlichen Rechtslage. Faktencheck der einzelnen Behauptungen Behauptung 1: "Es gibt eine Vorstellung beim Amtsarzt und eine Begutachtung der Arbeitsfähigkeit." Teils richtig, aber anders strukturiert: Es gibt in Dänemark kein zentrales, vorgeschriebenes "Amtsarzt-System", wie es der Begriff vermuten lässt. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit obliegt dem kommunalen Jobcenter. Das Jobcenter zieht Hausärzte, Fachärzte sowie ein regionales Rehabilitationsteam ( Rehabiliteringsteam ) hinzu. Das Dänische System unterscheidet in der Sozialhilfe ( Kontanthjælp ) strikt zwischen arbeitsbereiten Personen ( jobparate ) und aktivitätsbereiten Personen ( aktivitetsparate , d. h. körperlich/psychisch/sozial eingeschränkten Menschen). Behauptung 2: "Wer aus gesundheitliche...

Transformationswissenschaft

  #Scientists4Future -Stellungnahme am 12. März 2019 in Berlin vor der Bundespressekonferenz , zusammen mit Detlev Ganten , Eckart von Hirschhausen , Gregor Hagedorn , Karen Helen Wiltshire und Volker Quaschning (von links nach rechts) https://www.leuphana.de/portale/utopie-konferenz/programm/auditorium.html

Wie wird in der Gesellschaft vorhandenes Wissen wirksam?

  Wissenschaft produziert ständig neues Wissen. Doch vieles davon wird nur punktuell gelesen, kaum miteinander verbunden und später nicht mehr aktiv erinnert. Das ist nicht nur ein Problem der Wissenschaft. Wenn vorhandene Erkenntnisse nicht integriert werden, verliert auch die Gesellschaft an Steuerungsfähigkeit. Probleme werden neu untersucht, obwohl wichtige Einsichten längst vorliegen. Begriffe werden neu erfunden, theoretische Linien geraten aus dem Blick.  Widerspruch: Die Integration von Wissen in einer KI nutzt wenig. Also fehlt der Gesellschaft Wissen. Information als solche bringt nichts.  Wissen bei wenigen Einzelnen ist noch nicht Gesellschaftswissen; aber es braucht auch nicht jeder etwas Bestimmtes zu wissen, damit es gesamtgesellschaftlich wirksam wird. Beispiel Greta Thunberg und FfF. Dass Multimilliardäre Gesellschaften erfolgreicher steuern können als Millionen Menschen, steht auf einem anderen Blatt.  Dazu KI Gemini: Der Kern des Problems liegt nic...

In welcher Zeit waren Tonbandbriefe ein verbreitetes Mittel der Kommunikation?

 Die Blütezeit der Tonbandbriefe lag zwischen den 1950er- und den 1970er-Jahren , mit einem absoluten Höhepunkt in den 1960er-Jahren . In dieser Ära nutzten viele Menschen besprochene Magnetbänder oder Kompaktkassetten per Post, um persönliche Nachrichten, Musikaufnahmen oder Familiengeräusche über weite Strecken zu verschicken. Entwicklung und Kontext 1950er-Jahre (Anfang): Mit der Verbreitung erschwinglicher Heim-Tonbandgeräte (z. B. von Grundig, Telefunken oder Philips) begann die Praxis des Tonbandbriefs. Es bildeten sich weltweite Mailaustausch-Clubs für Audio-Freunde. 1960er-Jahre (Höhepunkt): Die Einführung der Kompaktkassette (1963 durch Philips) und handlicher Kassettengeräte machte den Versand deutlich einfacher, billiger und robuster im Vergleich zu den zuvor genutzten Spulentonbändern. Typische Nutzung: Besonders verbreitet waren Tonbandbriefe für den Kontakt mit ausgewanderten Familienmitgliedern (z. B. nach Amerika oder Australien), Auslandsstudenten, Soldaten auf...

Gibt es belegte Fälle, wo rechtsradikale Schüler oder Eltern Lehrer angegriffen haben, weil sie für Demokratie eingetreten sind?

Gemini:   Ja, es gibt eine Reihe gut dokumentierter Fälle in Deutschland, in denen Lehrkräfte von rechtsextremen Schülerinnen und Schülern sowie von Eltern bedroht, verbal attackiert oder physisch unter Druck gesetzt wurden, weil sie sich für Demokratie und gegen Rechtsextremismus engagiert haben. Beispiele und geläufige Fallmuster Burg im Spreewald (Brandenburg): Die Lehrkräfte Laura Nickel und Max Teske machten mit einem Brandbrief rechtsextreme Umtriebe und Hitlergrüße an ihrer Schule öffentlich. In der Folge wurden sie massiv aus dem Umfeld bedroht: Rechtsextreme hängten Plakate und Aufkleber mit Fotos der Lehrkräfte auf („Pisst euch nach Berlin“), die rechtsextreme Partei Der Dritte Weg marschierte vor der Schule auf, und ein Instagram-Account rief zur Jagd auf sie auf. Beide mussten die Schule zu ihrer eigenen Sicherheit verlassen. (h ttps://www.news4teachers.de/2024/04/wenn-rechtsextremismus-eine-schule-fest-im-griff-hat-fall-burg-weitere-demokratische-lehrerin-kapitulie...

Wie kam es dazu, dass Gorillas in Ruanda eigene Bankkonten haben und wozu soll das gut sein?

  Dass Gorillas in Ruanda vereinzelt eigene „Bankkonten“ bzw. digitale Geldbörsen (Digital Wallets) besitzen, ist kein Mythos, sondern Teil eines neuartigen Pilotprojekts zur Biodiversitätsfinanzierung. Hinter diesem ungewöhnlichen Ansatz steckt eine Initiative zur Finanzierung von Naturschutz: 1. Die Idee hinter „Interspecies Money“ Klassischer Naturschutz hängt stark von Schwankungen im Tourismus oder von staatlichen Fördergeldern ab. Um den Arten- und Naturschutz unabhängig und nachhaltig zu finanzieren, entwickelte die Organisation Tehanu * in Zusammenarbeit mit dem ruandischen Finanzministerium und dem Rwanda Development Board das Konzept des artübergreifenden Geldes ( Interspecies Money ). *vergleiche Tehanu Den Tieren wird ein ökonomischer Eigenwert zugeschrieben: Basierend auf ihrem Beitrag zum Ökosystem und ihrem Tourismuswert schätzten Experten den Wert eines einzelnen Berggorillas im Volcanoes National Park auf etwa 3, 55 Millionen US-Dollar. 2. Wie die „Goril...

Wenn Befürworter der KI betonen, dass KI nicht Arbeitsplätze beseitigt, sondern (tendenziell unbegrenzt) neue schafft, so gilt das nur für immer höhere Begabungsstufen. Das heißt, die Masse der white collar Jobs fallen fort, übrig bleiben von denen nur noch die "silicon-valley-Jobs". Da KI der Machtwille und die nach-unten-treten-und-nach-oben-buckeln Mentalität fehlt, das was Hannah Arendt als die Banalität des Bösen erkannt hat, werden Menschen diese Rolle übernehmen. Was tun?

Diese Argumentation verknüpft eine ökonomische Rationalisierungsthese mit einer sozialpsychologischen und ethischen Diagnose. Um dieser Komplexität gerecht zu werden, lässt sich die Fragestellung in zwei Kerndimensionen untergliedern: die Verschiebung der Arbeitsmarktstruktur und die ethisch-funktionale Rolle des Menschen in KI-dominierten Hierarchien. 1. Die Arbeitsmarkt-Transformation: Das Schmelzen der Mitte Die Sorge, dass KI vor allem die mittlere Qualifikationsebene ("White-Collar"-Kognitionsarbeiten) ersetzt und eine Polarisierung erzeugt, betrifft das Phänomen der Arbeitsmarktpolarisierung . Hochqualifizierte Spezialisierung: Jobs an der Spitze verlangen zunehmend nicht nur fachliche Expertise, sondern extreme Adaptivität, Systemarchitektur-Verständnis und strategisches Denken. Das Verschieben der Schwelle: Während frühere Automatisierungswellen routinierte körperliche Arbeit trafen, ersetzt generative und analytische KI nun routinierte kognitive Arbeit (z. B. Stand...