Die Behauptung, dass das letzte Lebensjahr eines Menschen so viel kostet wie sein gesamtes vorheriges Leben, ist eine im Gesundheitswesen weit verbreitete, zugespitzte These. Ganz hält sie dem Realitätscheck in dieser extremen 1:1-Formzwar nicht stand, aber sie greift einen wahren und mathematisch belegten Kern auf: Die medizinischen Kosten am Lebensende sind im Vergleich zu regulären Lebensjahren astronomisch hoch. Mehrere gesundheitsökonomische Faktoren und Daten stützen die Logik hinter dieser Behauptung. 1. Die enorme Asymmetrie der Kostenverteilung Studien aus verschiedenen westlichen Gesundheitssystemen zeigen konstant, dass ein kleiner Teil der Bevölkerung einen riesigen Anteil der Gesamtausgaben verursacht – und diese Konzentration betrifft fast immer Menschen in ihren letzten Monaten. Der „Verstorbenen-Effekt“ (Time-to-Death): In der Gesundheitsökonomie ist bekannt, dass nicht das kalendarische Alter die Kosten treibt, sondern die Nähe zum Tod . Die Behandlungskosten ...