Jan Gerber Das Verschwinden des Holocaust Zum Wandel der Erinnerung - Inhalt
In seinem Buch „Das Verschwinden des Holocaust. Zum Wandel der Erinnerung“ (erschienen 2025 in der Edition Tiamat ) widmet sich der Historiker und Politikwissenschaftler Jan Gerber einer alarmierenden These: Die kollektive Erinnerung an den Holocaust schwindet in der Gegenwart und verliert an Kontur. Anstatt das Gedenken als eine stetig wachsende, unumstößliche Errungenschaft zu betrachten, zeigt Gerber in seinem historischen Essay, wie brüchig, umkämpft und widersprüchlich diese Erinnerung von Anfang an war. Er verbindet dabei die Gedächtnisgeschichte der Schoa mit der Politik-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts. Der wesentliche Inhalt und die Kernargumente 1. Das „erste Verschwinden“ nach 1945 Gerber bricht mit dem Mythos, dass das Bewusstsein für die Singularität (Einzigartigkeit) des Verbrechens direkt nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzte. Unmittelbar nach 1945 geriet der Holocaust im öffentlichen und intellektuellen Bewusstsein das erste Mal in V...