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Ist schon einmal gegen die EU-Sanktionen gegen einzelne Menschen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte geklagt worden?

  Ja, es gibt Klagen in diesem Kontext, aber die juristische Situation ist etwas komplizierter, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Es ist wichtig, zwischen den beiden „Europäischen Gerichtshöfen“ zu unterscheiden. 1. Der Regelfall: Klage vor dem EuGH (Luxemburg) Die allermeisten Einzelpersonen (z. B. russische Oligarchen oder Personen auf Terrorlisten), die gegen EU-Sanktionen vorgehen, klagen vor dem Gericht der Europäischen Union (EuG) bzw. dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg. Grund: Sanktionen werden durch EU-Verordnungen erlassen. Da der EuGH für die Überprüfung von EU-Recht zuständig ist, ist er die direkte Adresse, um die Streichung von einer Sanktionsliste zu erwirken. Bekannte Fälle: Prominente Beispiele sind die Klagen von Roman Abramowitsch oder Alischer Usmanow. Auch das historische Kadi-Urteil ist wegweisend, da der EuGH hier entschied, dass EU-Sanktionen (selbst wenn sie auf UN-Resolutionen basieren) die Grundrechte der Betroffenen achten m...

Was ist Pronomos Capital?

 Während der Name „Pronomos“ in der Antike für einen Musiker stand, bezeichnet Pronomos Capital heute ein modernes, hochspezialisiertes Investmentunternehmen aus dem Silicon Valley. Es handelt sich um den weltweit ersten Risikokapitalfonds (Venture Capital), der sich explizit auf den Bau und die Finanzierung von Charter Cities (Privatstädten) konzentriert. Das Konzept hinter Pronomos Capital Die Grundidee von Pronomos ist, dass Regierungsführung und Gesetze wie „Software“ betrachtet werden können, die ein „Update“ benötigen. Anstatt zu versuchen, bestehende politische Systeme ganzer Länder zu reformieren, investiert der Fonds in Projekte, die neue Städte auf unbebautem Land errichten. Diese Städte sollen: Eigene Rechtssysteme haben (oft basierend auf dem britischen Common Law). Wettbewerb erzeugen: Durch den Wettbewerb zwischen verschiedenen Stadt-Systemen sollen Bürger die Wahl haben, wo sie leben möchten („Governance as a Service“). Wirtschaftswachstum fördern: Durch geringe...

Was ist Pronomos?

 „Pronomos“ ist ein Name, der in der griechischen Antike eine ganz besondere Rolle spielte. Meistens ist damit der berühmteste Musiker seiner Zeit gemeint, aber der Name ist auch untrennbar mit einem der bedeutendsten archäologischen Funde der Theatergeschichte verbunden. Hier sind die zwei wichtigsten Aspekte: 1. Pronomos von Theben (Der Musiker) Pronomos war ein berühmter Flötenspieler ( Aulos-Spieler ) aus Theben, der im späten 5. Jahrhundert v. Chr. lebte. Die Innovation: Vor Pronomos mussten Musiker für verschiedene Tonarten unterschiedliche Instrumente verwenden. Er erfand (oder perfektionierte) eine Technik, bei der man durch verstellbare Ringe und zusätzliche Grifflöcher auf einem einzigen Instrument in allen griechischen Tonarten spielen konnte. Der Star-Status: Er war so populär, dass er sogar Alcibiades (einen berühmten Staatsmann) unterrichtete und Denkmäler zu seinen Ehren errichtet wurden. 2. Die Pronomos-Vase (Das archäologische Highlight) Das ist wahrscheinlich d...

Wie haben sich die Regeln für Großspenden (ab 35.000 €) im letzten Jahr geändert?

  In den letzten Monaten gab es signifikante Änderungen im Parteiengesetz, die vor allem darauf abzielen, mehr Licht ins Dunkel der Parteienfinanzierung zu bringen. Die Reformen traten größtenteils im März 2024 in Kraft und wirken sich nun voll auf die Berichterstattung für die Jahre 2025 und 2026 aus. Hier sind die drei wichtigsten Neuerungen bei den Großspenden: 1. Absenkung der Sofort-Meldeschwelle Die wichtigste Änderung betrifft die Grenze, ab der eine Spende unverzüglich öffentlich gemacht werden muss. Alt: Erst Spenden über 50.000 € mussten sofort dem Bundestagspräsidenten gemeldet und zeitnah veröffentlicht werden. Neu: Diese Grenze wurde auf 35.000 € gesenkt. Effekt: Spenden zwischen 35.000 € und 50.000 €, die früher erst mit bis zu zwei Jahren Verspätung im Rechenschaftsbericht auftauchten, sind nun innerhalb weniger Tage auf der Webseite des Bundestages für jedermann einsehbar. 2. Transparenz beim Sponsoring Bisher war Sponsoring (z. B. Stan...

Wieso wird die AfD aufgrund von drei Großspendern ihre Einkünfte verdoppeln können?

  Das klingt zunächst nach einer paradoxen Rechnung, hat aber einen sehr realen Hintergrund im deutschen Parteiengesetz . Die kurze Antwort lautet: Die AfD hat bisher Millionen an Staatsgeldern liegen gelassen, weil sie zu wenig Eigenkapital (Spenden und Beiträge) hatte. Die neuen Großspenden fungieren nun wie ein "Schlüssel", um diese blockierten Tresore zu öffnen. Hier ist die Erklärung, warum drei Spender einen so massiven Hebel haben: 1. Die "relative Obergrenze" als Bremse In Deutschland darf eine Partei vom Staat nicht mehr Geld erhalten, als sie selbst einnimmt . Das nennt man die relative Obergrenze. Das Problem der AfD: Sie hat zwar sehr hohe Wahlergebnisse (was ihr theoretisch viel Staatsgeld einbringt), aber im Vergleich zu Parteien wie der CDU oder SPD traditionell eher geringe Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Die Folge: In der Vergangenheit konnte die AfD oft nicht die volle Summe abrufen, die ihr aufgrund ihrer Stimmenanteile zugestanden...

Baden-Badener Disput

 Der Baden-Badener Disput (oft auch im Singular als Baden-Badener Disput bezeichnet) war eine renommierte philosophisch-politische Diskussionssendung des Südwestfunks (SWF) , die vor allem in den 1980er und 1990er Jahren ausgestrahlt wurde. Hier sind die Details zu den Personen und der Dauer: 1. Personen (Moderatoren & Stammgäste) Die Sendung zeichnete sich durch eine hochkarätige Besetzung aus Wissenschaft, Politik und Kultur aus. Es gab keinen festen „Moderator“ im klassischen Sinne, sondern oft wechselnde Gastgeber oder eine feste Gruppe von Intellektuellen, die das Gespräch leiteten: Gastgeber / Moderatoren: Adolf Muschg : Der Schweizer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler fungierte oft als Gastgeber. Gertrud Höhler : Die Literaturwissenschaftlerin und Unternehmensberaterin war eine der prägenden Figuren der Sendung. Häufige Teilnehmer (Stammgäste): Peter Sloterdijk: Der Philosoph war ein regelmäßiger und prominenter Gast, dessen Wortbeiträge die Sendung oft int...

Proteste gegen Trumps ICE-Politik

 In den USA herrscht aktuell (Januar 2026) eine Phase intensiver gesellschaftlicher Spannungen und Massenproteste, die sich gegen die Einwanderungsbehörde ICE ( Immigration and Customs Enforcement ) und die Abschiebepolitik von Präsident Donald Trump richten. Hier ist ein Überblick über die jüngsten Entwicklungen und die Brennpunkte des Widerstands: Der Auslöser: Tödliche Schüsse in Minneapolis Die Protestwelle erreichte Anfang Januar 2026 eine neue Dimension, nachdem ein ICE-Beamter in Minneapolis die 37-jährige US-Bürgerin Renee Nicole Good erschossen hatte. Der Vorfall: ICE-Agenten führten eine Operation durch, bei der sie das Feuer auf Goods Fahrzeug eröffneten. Während die Regierung behauptet, sie habe versucht, Beamte zu überfahren, widersprechen Videoaufnahmen dieser Darstellung. Die Eskalation: Nur wenige Wochen später kam es zu einem weiteren tödlichen Zwischenfall durch Bundesbeamte in derselben Stadt, was die Wut der Bevölkerung weiter anheizte. Reaktionen: In Minn...