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Weshalb wurden 1948 auf den Boden Palästinas keine zwei Staaten gegründet?

 Dass 1948 auf dem Boden des britischen Mandatsgebiets Palästina kein arabischer Staat neben dem jüdischen Staat gegründet wurde, lag an einer Kette von politischen Ablehnungen, dem Ausbruch des ersten Nahostkrieges und den anschließenden Gebietsaufteilungen. Der UN-Teilungsplan von 1947 ( UN-Resolution 181 ) sah eigentlich genau das vor: die Gründung zweier unabhängiger Staaten sowie eine internationale Verwaltung für Jerusalem. Doch dieser Plan wurde in der Praxis nie realisiert. Die Gründe dafür lassen sich im Wesentlichen auf drei Hauptfaktoren herunterbrechen: 1. Die Ablehnung des UN-Teilungsplans durch die arabische Seite Während die jüdische Führung unter David Ben-Gurion den UN-Teilungsplan weitgehend akzeptierte (da er die völkerrechtliche Legitimation für einen eigenen Staat bot), wurde er von der arabischen Führung in Palästina (dem Arabischen Höheren Komitee) und den umliegenden arabischen Staaten geschlossen abgelehnt. Die Begründung der arabischen Seite war, dass der ...

Jonathan Haidts Buch “Generation Angst”

  Jonathan Haidts Buch “The Anxious Generation” (deutscher Titel: “Generation Angst” ) untersucht die Ursachen für die epidemische Zunahme von psychischen Erkrankungen wie Angststörungen, Depressionen und Selbstverletzungen bei Jugendlichen seit den frühen 2010er-Jahren. Haidt argumentiert, dass die „große Umstrukturierung der Kindheit“ – insbesondere der Rückgang von unbeaufsichtigtem Spiel im Freien und die gleichzeitige Zunahme von Smartphone- und Social-Media-Nutzung – zentrale Faktoren für diese Entwicklung sind jonathanhaidt.com www.goodreads.com pmc.ncbi.nlm.nih.gov blogs.lse.ac.uk . Kernaussagen des Buches: Epidemie der psychischen Erkrankungen : Haidt dokumentiert einen starken Anstieg von Angst, Depressionen und Selbstverletzungen bei Jugendlichen, insbesondere in englischsprachigen Ländern wie den USA, Großbritannien und Kanada pmc.ncbi.nlm.nih.gov blogs.lse.ac.uk . Rolle von Smartphones und Social Media   Der Autor führt die psychischen Probleme vor ...

Intensität nach Jean-François Lyotard

  Jean-François Lyotard (1924–1998) ist ein französischer Philosoph, der vor allem für seine Arbeiten zur Postmoderne , Sprachphilosophie und Ästhetik bekannt ist. Der Begriff “Intensität” spielt in seinem Werk eine zentrale Rolle, insbesondere in seiner Auseinandersetzung mit Kunst, Politik und der Erfahrung des Subjekts. Hier sind die wichtigsten Aspekte von Intensität bei Lyotard : 1. Intensität als philosophisches Konzept Lyotard versteht Intensität als eine nicht-diskursive, vorrationale Kraft , die sich der vollständigen Erfassung durch Sprache oder Systeme entzieht. Sie ist eng mit seiner Kritik an der Meta-Erzählungen (Grand Narratives) der Moderne verbunden, die versuchen, die Welt durch universelle Prinzipien (z. B. Fortschritt, Vernunft, Wahrheit) zu erklären. Gegen die Rationalisierung : Intensität steht für das Unkontrollierbare , das sich jeder Systematisierung widersetzt. Sie ist das, was in Kunst, Politik oder individueller Erfahrung unmittelbar erfahrbar ...

Werner Lansburgh: Dear Doosie

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 Ich starte mit der 2. Seite, um jeweils 2 Seiten auf einem Foto zu erfassen, Doch teile ich vorher kurz mit: Der Text richtet sich an Doosie mit der Begründung, dass die Anrede you im Deutschen Du oder Sie bedeuten kann. Da der Verfasser einen männlichen Vornamen trägt, ist Doosie zwar eine ziemlich lautgerechte Wiedergabe von Du/Sie, erweckt aber zugleich den Eindruck, dass eine Sie, also eine  weibliche Person, angesprochen wird und zwar, obwohl der Autor seine Leser nicht kennen kann, mit einem sehr vertrauten Du. Mit solchen Sprach- und Wortspielen spielt der Autor im gesamten Text. Zusatz:   Eine Liebesgeschichte in Briefen. Auch eine Möglichkeit, sein Englisch spielend aufzufrischen . Nymphenburger, München 1977

Veränderung des Golfstroms

  Aktuell werden vor allem zwei zentrale Szenarien zur Veränderung des Golfstroms diskutiert: 1. Abschwächung der Atlantischen Umwälzzirkulation (AMOC) – inklusive Golfstrom Klimaforscher:innen gehen mehrheitlich davon aus, dass der Golfstrom durch den Klimawandel schwächer wird . Diese Abschwächung ist Teil der Atlantischen Umwälzzirkulation (AMOC), die warmes Wasser aus den Tropen nach Nordeuropa transportiert. Eine schwächere AMOC würde zu starken Änderungen der Meeresoberflächentemperaturen führen, was wiederum die Atmosphäre und das Klima in Europa beeinflusst. Ohne den Golfstrom wäre es in Nordeuropa im Schnitt mehrere Grad kälter www.ardalpha.de www.dwd.de www.iwr.de . 2. Möglicher Kollaps der AMOC – Kipppunkt mit dramatischen Folgen Einige Studien und Modelle deuten darauf hin, dass die AMOC – und damit auch der Golfstrom – vollständig zusammenbrechen könnte . Dieser Kollaps wäre ein Kipppunkt im Klimasystem mit potenziell dramatischen regionalen und globalen Folgen . A...

Geschichte der chinesischen Kaiserlichen Sammlung

  Die Geschichte der chinesischen Kaiserlichen Sammlung ist eine faszinierende, jahrtausendealte Saga von unschätzbarem kulturellen Reichtum, politischer Machtsymbolik, dramatischen Verlusten und einer fast schon wunderbaren Rettung. Über Dynastien hinweg galt: Wer die kaiserlichen Schätze besitzt, besitzt das Mandat des Himmels (die Legitimation zur Herrschaft). Hier ist die Geschichte dieser außergewöhnlichen Sammlung im Überblick. 1. Die Ursprünge: Legitimation durch Kunst Schon in der Antike sammelten Chinas Herrscher rituelle Bronzegefäße und kostbare Jade. Diese Gegenstände waren keine bloße Dekoration, sondern heilige Staatsinsignien. Han-Dynastie (202 v. Chr. – 220 n. Chr.): Es entstanden die ersten institutionalisierten Bibliotheken und Archive. Kaiser sammelten systematisch historische Dokumente und Kalligrafien. Tang- und Song-Dynastie (618 – 1279): Kunstsammeln wurde zur kaiserlichen Obsession. Besonders die Song-Kaiser waren selbst hochtalentierte Künstler. Kaiser ...

Schätze der Himmelssöhne

 Die Ausstellung „Schätze der Himmelssöhne“ (mit dem Untertitel Die Kaiserliche Sammlung aus dem Nationalen Palastmuseum, Taipeh ) war eines der bedeutendsten und spektakulärsten kulturhistorischen Ausstellungsprojekte in Deutschland. Sie fand in den Jahren 2003 und 2004 statt. Die Schau bot einen seltenen Einblick in die Schatzkammern der chinesischen Kaiser, deren jahrtausendealte Sammlung heute im Nationalen Palastmuseum in Taiwan (Taipeh) behütet wird. Hier sind die wichtigsten Details und Hintergründe zu diesem historischen Kulturevent: Die Stationen und Daten Die Ausstellung wanderte zwischen den beiden großen deutschen Kulturmetropolen: Berlin: 18. Juli bis 12. Oktober 2003 im Alten Museum (in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Museen zu Berlin). Bonn: 21. November 2003 bis 15. Februar 2004 (später verlängert bis zum 29. Februar 2004) in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland (Bundeskunsthalle) . Konservatorische Besonderheit: Da viele der geze...