Erläutere den Begriff "Fahrendes Volk" auch im Bezug auf die mittelalterlichen Sänger und den "Sängerkrieg auf der Wartburg"
Der Begriff „Fahrendes Volk“ (auch „fahrende Leute“ oder „Vaganten“) beschreibt im Mittelalter eine äußerst heterogene Gruppe von Menschen, die keinen festen Wohnsitz hatten und sich außerhalb der starren ständischen Gesellschaftsordnung befanden. Hier ist eine Einordnung des Begriffs, insbesondere im Kontrast zu den höfischen Sängern beim „Sängerkrieg auf der Wartburg“. Was war das „Fahrende Volk“? Das „fahrende Volk“ war keine ethnische Gruppe, sondern eine soziale Sammelbezeichnung für Menschen, deren Lebensgrundlage das Umherziehen war. Ihre soziale Stellung war prekär, da sie als „heimatlos“ oft rechtlich nicht geschützt waren. Zusammensetzung: Zur Gruppe gehörten Gaukler, Akrobaten, Quacksalber, Spielleute, aber auch verarmte Adelige, entlaufene Mönche oder Landstreicher. Gesellschaftliche Rolle: Sie waren auf der einen Seite als Unterhalter auf Märkten, Festen und Hochzeiten unverzichtbar für die Zerstreuung der Bevölkerung. Auf der anderen Seite wurden sie oft misstrau...