Looksmaxxing

Looksmaxxing (ein Kofferwort aus dem Englischen looks für Aussehen und maximizing für Maximierung) bezeichnet das gezielte und systematische Versuch, die eigene körperliche Attraktivität so weit wie möglich zu steigern. Der Trend wird vor allem von jungen Männern auf Social-Media-Plattformen wie TikTok oder Instagram sowie in speziellen Foren verfolgt.

Ursprünglich stammt der Begriff aus Online-Subkulturen der 2010er-Jahre (Incel-Foren / Manosphere), ist mittlerweile aber im digitalen Mainstream angekommen.

Die Unterscheidung: Softmaxxing vs. Hardmaxxing

Die Szene unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei Ansätzen:

  • Softmaxxing (alltägliche Optimierung):

    Dazu gehören gesunde und risikoarme Gewohnheiten wie Fitness, gesunde Ernährung, eine funktionierende Hautpflege-Routine (Skincare), ein passender Haarschnitt oder gut sitzende Kleidung.

  • Hardmaxxing (extreme Eingriffe):

    Hierbei kommen invasive oder gefährliche Methoden zum Einsatz. Dazu zählen Schönheitsoperationen, der Missbrauch von Anabolika/Steroiden für Muskelaufbau oder extreme Praktiken zur Veränderung der Knochenstruktur.

Wichtige Begriffe der Szene

  • Jawline: Die Unterkieferkontur. Ein definierter, kantiger Kiefer gilt in der Szene als Schönheitsideal.

  • Mewing: Eine Übung, bei der die Zunge flach gegen den Gaumen gepresst wird, um die Gesichtskontur zu schärfen. Wissenschaftliche Belege für eine dauerhafte Veränderung der Knochenstruktur gibt es dafür nicht.

  • Hunter Eyes: Bezeichnung für leicht mandelförmige, tiefer liegende Augen mit wenig sichtbarem Oberlid, die als besonders dominant oder attraktiv wahrgenommen werden sollen.

  • Canthal Tilt: Der Neigungswinkel der äußeren Augenwinkel im Vergleich zu den inneren. Ein „positive canthal tilt“ (nach oben geneigt) gilt in den Foren als Idealbild.

  • Bone Smashing: Eine hochgefährliche Methode, bei der versucht wird, Gesichts- und Kieferknochen durch Schläge (z. B. mit Fäusten oder Gegenständen) zu verändern. Dies führt häufig zu schweren Nervenschäden, Brüchen und Entstellungen statt zu optischen Verbesserungen.

Kritik und Risiken

Während harmloses Softmaxxing (wie Sport oder Hygiene) förderlich sein kann, warnen Experten vor den psychischen und körperlichen Folgen des Hypes:

  1. Fixierung auf Äußerlichkeiten: Das Aussehen wird als einziger Maßstab für Erfolg, Partnerwahl und Selbstwert dargestellt.

  2. Mental-Health-Gefahren: Der ständige Vergleich und das Vermessen von Gesichtsproportionen begünstigen Körperunzufriedenheit, Körperdysmorphie (Dysmorphophobie) und Essstörungen.

  3. Gesundheitsrisiken: Risikoreiche Eingriffe und Praktiken wie Bone Smashing oder unkontrollierte Medikamenteneinnahme bergen schwere Verletzungs- und Folgeschäden.

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