Gibt es belegte Fälle, wo rechtsradikale Schüler oder Eltern Lehrer angegriffen haben, weil sie für Demokratie eingetreten sind?
Gemini:
Ja, es gibt eine Reihe gut dokumentierter Fälle in Deutschland, in denen Lehrkräfte von rechtsextremen Schülerinnen und Schülern sowie von Eltern bedroht, verbal attackiert oder physisch unter Druck gesetzt wurden, weil sie sich für Demokratie und gegen Rechtsextremismus engagiert haben.
Beispiele und geläufige Fallmuster
Burg im Spreewald (Brandenburg): Die Lehrkräfte Laura Nickel und Max Teske machten mit einem Brandbrief rechtsextreme Umtriebe und Hitlergrüße an ihrer Schule öffentlich.
In der Folge wurden sie massiv aus dem Umfeld bedroht: Rechtsextreme hängten Plakate und Aufkleber mit Fotos der Lehrkräfte auf („Pisst euch nach Berlin“), die rechtsextreme Partei Der Dritte Weg marschierte vor der Schule auf, und ein Instagram-Account rief zur Jagd auf sie auf. Beide mussten die Schule zu ihrer eigenen Sicherheit verlassen. (https://www.news4teachers.de/2024/04/wenn-rechtsextremismus-eine-schule-fest-im-griff-hat-fall-burg-weitere-demokratische-lehrerin-kapituliert/) Gezielte Elterndruck- und Anzeigeversuche: Mehrere Schulberatungsstellen und Demokratiestiftungen (wie die Amadeu Antonio Stiftung) berichten von strategisch vorgehenden Eltern aus dem (völkisch-)rechtsextremen Spektrum. Lehrkräfte, die Rassismus, NS-Verharmlosung oder verschwörungsideologische Inhalte im Unterricht kritisch aufgreifen, werden von Eltern systematisch mit Dienstaufsichtsbeschwerden, Drohungen rechtlicher Schritte oder Vorwürfen der „politischen Indoktrination“ und Verletzung des Neutralitätsgebots eingedeckt, um sie einzuschüchtern.
Meldportale und Online-Pranger: In der Vergangenheit richteten Gruppen wie die AfD-Jugend und Umfeldstrukturen „Neutrale Schule“-Meldportale ein. Schüler und Eltern wurden gezielt dazu aufgerufen, Lehrkräfte zu melden, die sich im Unterricht kritisch mit Rechtsextremismus oder der AfD auseinandersetzten. Die Daten von Pädagogen landeten teils auf rechten Online-Prangern, was zu Hate-Speeches, Stalking und persönlichen Bedrohungen führte.
Physikalischer Druck & Bedrohungen im Schulalltag: Opferberatungsstellen für Betroffene rechter Gewalt (wie Riot oder LOBBI) dokumentieren Vorfälle, bei denen Lehrkräfte von völkisch orientierten Eltern auf dem Schulhof oder bei Elternsprechtagen verbal massiv bedroht wurden. Ebenso kommt es vor, dass rechtsextreme Jugendliche Lehrkräfte außerhalb des Schulgeländes auflauern, Sachbeschädigungen an deren Fahrzeugen begehen oder Bedrohungsszenarien im Unterricht schaffen.
Systemische Hintergründe
Studien und Erhebungen von Lehrerverbänden (wie dem Verband Bildung und Erziehung, VBE) zeigen, dass körperliche und psychische Gewalt gegen Lehrkräfte in den letzten Jahren insgesamt zugenommen hat.
Ecosia:
Ja, es gibt dokumentierte Fälle, in denen Lehrer:innen wegen ihres Engagements für Demokratie angegriffen oder bedroht wurden – sowohl von Schüler:innen als auch von Eltern mit rechtsextremen oder demokratiefeindlichen Haltungen.
So wurde etwa ein Lehrer in Thüringen wegen seines Einsatzes gegen rechtsextreme Tendenzen an seiner Schule sogar mit einem Mordaufruf in sozialen Medien bedroht www.facebook.com. Zudem berichten Lehrkräfte von Anfeindungen, Beleidigungen und Bedrohungen, wenn sie sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen deutsches-schulportal.de www.instagram.com. In mehreren Bundesländern nehmen rechtsextreme Vorfälle an Schulen zu, darunter Angriffe auf Lehrkräfte oder Schüler:innen www.tolerantes-sachsen.de. Auch Eltern machen Front gegen Lehrkräfte, die sich für die Demokratie starkmachen deutsches-schulportal.de.
Möchtest du Beispiele aus einer bestimmten Region oder zu konkreten Vorfällen wissen?
Laura Nickel und Max Teske wurden nicht wegen ihres Engagements gegen rechtsextremes Verhalten von Schülern bestraft oder disziplinarisch belangt. Vielmehr machten sie 2023 mit einem Brandbrief öffentlich auf rechtsextreme Vorfälle an ihrer Schule in Brandenburg aufmerksam, darunter Hakenkreuze an Schulmöbeln, das Hören rechtsextremer Musik im Unterricht und das Rufen demokratiefeindlicher Parolen durch Schülerinnen und Schüler deutsches-schulportal.de www.rbb24.de innn.it www.facebook.com.
Heute arbeiten sie weiterhin als Lehrkräfte: Laura Nickel ist als Leiterin einer Grundschule in Cottbus tätig, während Max Teske Musik und Physik an einer Oberschule in einer anderen Stadt unterrichtet www.zeit.de.
https://www.zeit.de/arbeit/2026-03/rechtextremismus-schule-burg-lehrer-max-teske-laura-nickel:
"Laura Nickel (37) und Max Teske (34) unterrichteten an der Grund- und Oberschule Mina Witkojc in Burg im Spreewald, als sie im April 2023 mit einem Brandbrief auf den Rechtsextremismus dort aufmerksam machten. Heute arbeitet Nickel als Leiterin einer Grundschule in Cottbus, Teske unterrichtet Musik und Physik an einer Oberschule in einer anderen Stadt. Sie haben das Buch "Rechtsruck im Klassenzimmer" geschrieben, das diese Woche erscheint. Ein Gespräch über Polizeischutz, Kollegen, die die AfD wählen, und die Frage, warum die beiden trotz allem Lehrer geblieben sind.
DIE ZEIT: Frau Nickel, Herr Teske, fast drei Jahre ist es her, dass Sie einen Brandbrief geschrieben haben. Heute arbeiten Sie beide nicht mehr in Burg. Wann wurde Ihnen klar, dass Sie dort weg müssen?
Laura Nickel: Das war kurz vor den Sommerferien, ich wollte mit den Schülern Eis essen gehen, wusste aber, dass die Gefahr, einfach durch den Ort zu gehen, zu groß ist. In einem Telefonat hatte mir der Staatsschutz geraten: "Wenn Sie von der Schule nach Hause fahren, schauen Sie in den Rückspiegel, ob Sie verfolgt werden, und parken Sie nicht direkt vor der eigenen Haustür."
Max Teske: Vor unseren Häusern sind vermehrt Streifenwagen vorbeigefahren. Die Bedrohungslage wurde immer akuter, vor allem durch rechtsextreme Parteifunktionäre aus der AfD und dem Umfeld des Fußballvereins Energie Cottbus. Einmal, als ich mit meiner vierjährigen Tochter am Wochenende beim Bäcker Brötchen holen war, wurde ich verbal und beinahe körperlich angegriffen. Ich wurde als linke Zecke beschimpft und mir wurde gesagt, ich solle mich nach Berlin verpissen. Meine Tochter hat bitterlich geweint. [...]"
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