Philipp Blom : Die Unterwerfung
Unter dem genauen Titel „Die Unterwerfung: Anfang und Ende der menschlichen Herrschaft über die Natur“ (erschienen im September 2022 im Hanser Verlag) hat der österreichische Historiker und Philosoph Philipp Blom ein viel beachtetes Buch vorgelegt, das sich intensiv mit dem Mensch-Natur-Verhältnis, der Klimakrise und den geistesgeschichtlichen Ursprüngen unseres heutigen Umgangs mit der Umwelt auseinandersetzt.
(Hinweis: Häufig wird das Buch im Zusammenhang mit Bloms früheren Arbeiten wie „Die Welt aus den Angeln“ von 2017 oder allgemeinen Diskussionen über Klimageschichte zitiert.)
Hier ist eine Übersicht zu den zentralen Thesen und Inhalten dieses Werkes:
1. Die Kernthese: Das Ende der menschlichen Hybris
Blom untersucht in einer breiten Universalgeschichte, warum sich die Menschheit – insbesondere der westliche Kulturkreis – über Jahrtausende hinweg dazu verschworen hat, die absolute Herrschaft über die Natur zu erringen.
Der Ausgangspunkt liegt für ihn in der biblischen Losung „Macht euch die Erde untertan“ (Genesis).
Diese ursprünglich religiöse Erzählung wandelte sich über die Jahrhunderte in ein säkulares, wissenschaftlich-technisches Projekt.
Die zentrale Botschaft von 2022: Dieses Projekt ist an sein historisches Ende gelangt.
Der menschengemachte Klimawandel und globale Krisen führen uns drastisch vor Augen, dass der Mensch sich fundamental überschätzt hat und die Natur nicht dauerhaft unterworfen werden kann, ohne die eigene Lebensgrundlage zu zerstören.
2. Die Etappen der Umweltgeschichte
Blom spannt in dem Buch einen weiten Bogen, der zeigt, wie sich die Idee der Naturbeherrschung entwickelt hat:
Der religiöse Ursprung:
Die Erschaffung einer Sonderstellung des Menschen, der sich außerhalb und über der übrigen Schöpfung wähnt. Die wissenschaftliche Revolution & Aufklärung: Natur wird zunehmend als ein mechanisches Uhrwerk verstanden, das berechnet, ausgebeutet und optimiert werden kann.
Die Industrielle Revolution: Erst durch die Nutzung fossiler Brennstoffe erhielt der Mensch die destruktiven Werkzeuge, um nicht nur lokal, sondern im globalen Maßstab in die Erdsysteme einzugreifen – mit den bekannten verheerenden Konsequenzen.
3. Ausblick: Die Notwendigkeit einer Kehrtwende
Blom plädiert in dem Buch für eine radikale Bewusstseinsänderung – vergleichbar mit einer neuen „kopernikanischen Wende“:
Wir müssen uns von dem Wahn verabschieden, die Krone oder gar die Herrscher der Schöpfung zu sein.
Stattdessen schlägt er vor, den Menschen wieder als das zu begreifen, was er ist: ein verletzlicher Teil der Natur, der ohne sie nicht existieren kann, während die Natur (oder das planetare Ökosystem im Notfall auch ohne den Homo sapiens auskäme).
Kommentare
Kommentar veröffentlichen