Frank Trentmann zur Europäischen Verteidigung
"Frank Trentmann, ein renommierter Historiker am Birkbeck College in London, hat sich in seinen jüngsten Veröffentlichungen und Interviews (insbesondere rund um sein 2024/2025 viel diskutiertes Werk „Aufbruch des Gewissens“ und sein neues Buch „Die blockierte Republik“) intensiv mit der moralischen und politischen Verfassung Deutschlands und Europas auseinandergesetzt.
Obwohl er kein klassischer Militärstratege ist, lassen sich seine Thesen zur europäischen Verteidigung und der deutschen Rolle darin wie folgt zusammenfassen:
1. Verteidigung als moralische Verpflichtung
Trentmann argumentiert, dass sich das deutsche „Gewissen“ seit 1945 grundlegend gewandelt hat. Lange Zeit war „Moral“ in Deutschland mit Pazifismus und Zurückhaltung gleichgesetzt.
Der Wandel: Er beobachtet, dass die Verteidigung der Demokratie heute zunehmend als eine moralische Pflicht wahrgenommen wird.
Die These: Wer die Freiheit erhalten will, darf nicht nur auf Diplomatie setzen, sondern muss bereit sein, diese auch materiell und militärisch zu schützen.
2. Kritik an der „Blockierten Republik“
In seinem aktuellen Buch „Die blockierte Republik“ (2025/2026) kritisiert er eine deutsche Neigung zum Pessimismus und zur Selbstblockade, die auch die Verteidigungspolitik betrifft:
Strukturelle Trägheit: Er sieht Deutschland (und Teile Europas) in veralteten Strukturen gefangen, die schnelle Reaktionen auf neue Bedrohungen (wie den Ukraine-Krieg) erschweren.
Investitionsstau: Trentmann ordnet die Debatte um Verteidigungsausgaben in einen größeren Kontext ein: Er sieht die Notwendigkeit, massiv in die Zukunft zu investieren – wozu er neben Infrastruktur und Bildung explizit auch die europäische Sicherheit zählt.
3. Europa als Schicksalsgemeinschaft
Trentmann betont, dass die nationale Perspektive allein nicht mehr ausreicht. Er sieht die europäische Verteidigung als Lackmustest für die Fähigkeit des Kontinents, sich aus der Abhängigkeit (insbesondere von den USA) zu lösen.
Zukunft der NATO: Angesichts politischer Veränderungen in den USA (Stichwort: Trump-Administration) mahnt er, dass Europa eine eigene, kraftvolle Verteidigungsidentität entwickeln müsse, die nicht nur auf Technik, sondern auf einem gemeinsamen moralischen Fundament steht.
Kernthesen im Überblick
| Thema | Trentmanns Position |
| Pazifismus | Muss durch eine „wehrhafte Demokratie“ ergänzt werden. |
| Budget | Verteidigungsausgaben sind notwendige Investitionen gegen den Niedergang. |
| Mentalität | Deutschland muss den „Tunnelblick“ verlieren und globale Verantwortung akzeptieren. |
„Um die Herausforderung zu bewältigen, müsse man diese erstens als lösbar ansehen und zweitens ein Ziel haben.“ – Frank Trentmann zur aktuellen Krisenlage (2025).
Möchtest du mehr darüber erfahren, wie Trentmann die wirtschaftlichen Folgen der Aufrüstung für den europäischen Sozialstaat einschätzt?"
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