Was ist die heutige gängige Bezeichnung von Czernowitz-Jasowka in der Nähe des Ob in Kempowski Echolot?

 In Walter Kempowskis kolossalem Werk Das Echolot wird der Ort Czernowitz-Jasowka (oft im Zusammenhang mit Lagern oder Deportationen erwähnt) heute unter dem Namen Asino (russisch Асино) geführt.

Der Ort liegt in der Oblast Tomsk in Sibirien, unweit des Flusses Tschulym (einem großen Nebenfluss des Ob).

Der historische Hintergrund

Während des Zweiten Weltkriegs und der stalinistischen Repressionen war die Region um Asino ein berüchtigter Knotenpunkt des GULAG-Systems (speziell des Tomsk-Asino-Lagers oder Asinlag). Dorthin wurden unter anderem Hunderttausende Menschen deportiert, darunter viele Wolgadeutsche sowie Menschen aus den baltischen Staaten und den von der Sowjetunion annektierten Gebieten wie der Bukowina (deren Hauptstadt zufälligerweise das bekanntere, ukrainische Czernowitz ist, was in historischen Dokumenten und Briefen im Echolot herkunftsbedingt manchmal zu Namensübertragungen oder doppelten Ortsbezeichnungen führte).

Heute ist Asino eine kleine Stadt und das Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons mit rund 22.000 Einwohnern.

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