Schloss Boncourt
Der Begriff Schloss Boncourt (französisch: Château de Boncourt) bezieht sich vor allem auf zwei historisch und kulturell bedeutende Orte:
1. Das historische Schloss Boncourt in der Champagne (Frankreich)
Dies ist der bekannteste Bezugsort, untrennbar verbunden mit dem deutschen Dichter und Naturforscher Adelbert von Chamisso (geboren als Louis Charles Adélaïde de Chamissot de Boncourt).
Geschichte: Das Schloss war der Stammsitz der Adelsfamilie Chamisso und lag in der Champagne bei Ante (nahe Châlons-en-Champagne). Es galt als das imposanteste der drei Familienschlösser. Adelbert von Chamisso wurde dort im Januar 1781 geboren.
Zerstörung: Während der Französischen Revolution musste die Familie fliehen. Das Schloss wurde im Jahr 1792 auf einer öffentlichen Auktion verkauft und anschließend vollständig abgerissen. Heute sind auf dem landwirtschaftlich genutzten Gelände nur noch Grabenkonturen und Fundamentreste im Boden vorhanden.
Das Gedicht „Das Schloß Boncourt“: Weltberühmt wurde die Anlage durch Chamissos gleichnamiges, wehmütiges Gedicht aus dem Jahr 1827 (mit den bekannten Anfangszeilen: „Ich träum' als Kind mich zurücke / Und schüttle mein greises Haupt...“). Darin erinnert sich der gealterte Dichter sehnsüchtig an den untergegangenen Ort seiner Kindheit.
2. Schlossbauten in der Gemeinde Boncourt (Kanton Jura, Schweiz)
In der Schweizer Grenzgemeinde Boncourt gibt es ebenfalls historische Befestigungen und herrschaftliche Sitze:
Burgruine Milandre (Château de Milandre): Die im 13. Jahrhundert von den Grafen von Mömpelgard (Montbéliard) errichtete Anlage thront auf einem Felssporn über dem Dorf. Erhalten ist vor allem der mächtige, weithin sichtbare Rundturm, der heute als Aussichtsplattform dient.
Château de La Cour de Boncourt: Ein herrschaftlicher Wohnsitz aus dem frühen 17. Jahrhundert, der von den Freiherren von Pfirt zu Liebe
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