Wann wurde von Grünen der sexuelle Kontakt von Erwachsenen mit Minderjährigen für legitim erklärt?

 In den frühen Jahren nach der Gründung der Partei „Die Grünen“ (Anfang der 1980er Jahre) gab es innerhalb der Partei Strömungen, die – eingebettet in eine damals verbreitete, radikale Kritik an gesellschaftlichen Normen und autoritären Strukturen – Forderungen nach einer Entkriminalisierung von sexuellen Kontakten zwischen Erwachsenen und Kindern stellten.

Hier sind die wichtigsten Hintergründe zu dieser Thematik:

Historischer Kontext

In den 1970er und 1980er Jahren gab es in Teilen der westdeutschen Gesellschaft, insbesondere in linksliberalen und alternativ-bewegten Milieus, eine Debatte, die die Sexualität von Kindern und Jugendlichen als unterdrückt ansah und „Befreiung“ forderte. In diesem Umfeld gelang es pädophilen Aktivistengruppen, in verschiedenen politischen Parteien und Organisationen Fuß zu fassen, um ihre Forderungen politisch zu artikulieren. Auch bei den Grünen gab es Arbeitsgruppen, die entsprechende Positionen vertraten und teilweise in Parteiprogrammen oder Thesenpapieren (auf lokaler oder regionaler Ebene) verankert sahen, etwa die Forderung nach der Streichung des § 176 StGB (sexueller Missbrauch von Kindern).

Aufarbeitung durch die Partei

Die Partei Bündnis 90/Die Grünen hat dieses Kapitel ihrer Geschichte in den letzten Jahren intensiv aufgearbeitet. Wesentliche Erkenntnisse dieser Aufarbeitung sind:

  • Keine offizielle Parteilinie: Es wurde nie ein offizielles, bundesweites Grundsatzprogramm verabschiedet, das sexuellen Kindesmissbrauch legitimierte. Dennoch wurden pädophile Forderungen in der Anfangsphase von einigen Funktionsträgern toleriert oder in interne Diskussionsprozesse integriert, was aus heutiger Sicht als schwerer Fehler und Versäumnis gewertet wird.

  • Wissenschaftliche Untersuchung: Um die Hintergründe und den Einfluss pädophiler Strömungen auf die Partei zu klären, gab der Bundesvorstand der Grünen 2013 eine wissenschaftliche Studie in Auftrag. Der Politikwissenschaftler Professor Franz Walter legte 2014 den Abschlussbericht vor, der bestätigte, dass die Partei in ihren Anfangsjahren pädophile Forderungen nicht konsequent zurückgewiesen und damit Pädophilen teilweise eine politische Bühne geboten hatte.

  • Entschuldigung und Distanzierung: Führende Politikerinnen und Politiker der Partei haben sich mehrfach öffentlich bei den Opfern für dieses historische Versagen entschuldigt und sich unmissverständlich von den damaligen Debatten distanziert. Die Partei betont heute, dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen sowie die konsequente Bekämpfung von sexualisierter Gewalt zentrale Bestandteile ihrer politischen Arbeit sind.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es innerhalb der Partei in den 1980er Jahren Strömungen und informelle oder regionale Arbeitsgruppen gab, die solche Forderungen erhoben, diese jedoch nie Teil einer anerkannten, offiziellen Programmatik der gesamten Partei waren. Die Partei hat diese Vergangenheit in den letzten Jahren detailliert aufgearbeitet und sich davon klar distanziert.

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