Michael Suljic
Michael Suljic (auch Michel Suljic) war ein bekannter Kinderliedermacher aus Bensheim, der vor allem durch seine Musik für junge audiences und seine Auftritte im Parktheater Bensheim in Erinnerung bleibt www.mannheimer-morgen.
Suljic war auch als Musiklehrer tätig und betrieb den Pepito-Musikverlag in Einhausen bei Bensheim lorsch.
Der Schauplatz tauchte in ein dunkelblaues Licht, während auf der Leinwand die Milchstraße und die Planeten vorüberzogen. Mit ein bisschen Fantasie fühlte man sich selbst als Astronaut, dem die Himmelskörper zum Greifen nah kamen. Gleichzeitig traten Darsteller auf die Bühne, die die besungenen Charakterzüge einiger Planeten in Szene setzen. Die geheimnisvolle und schöne Venus, der kriegerischen Mars, der mit seinem schlagenden Schwert Eindruck schindet, und der weißbärtige, starke Jupiter, der mit einer einnehmenden Körperhaltung Präsenz bewies.
Die Figuren bekamen auch in der Musik einen wunderbaren Ausdruck: Jupiter wird mit triumphalen Orgelklängen untermalt, während der Mars in dramatische Rhythmik und die schöne Venus in träumerisch-sanfte Melodien gefasst wurden. Viele Kinder haben sich mit bunten Leuchtstäben ausgestattet. Sie konnten es gar nicht abwarten, bis sich der Raum verdunkelte und sie farbliche Tupfer ins Parktheater setzten, konnten. Gebannt konzentrierten sich die Jungs und Mädels auf das Bühnengeschehen, obwohl etliche unter ihnen die Lieder aus dem Effeff kennen. Offensichtlich hat auch die neue CD als musikalischer Dauerbrenner in vielen Kinderzimmern schon Einzug gehalten. Trotzdem entwickelte sich das Konzert zu einer kleinen Abenteuerreise. Die Jungs und Mädels blieben neugierig bei der Sache.
Denn der Michel holte sie ab und nahm sie mit. Seine Lieder erzählen von beängstigender Dunkelheit, die man mit dem Licht der Taschenlampe flugs überwunden hat. Einige kleine Konzertbesucher kramten ihr Leuchtelicht hervor und setzten helle Fixpunkte in den Zuschauerraum.
Die Texte der Songs haben viel zu sagen, ohne mit einem erhobenen Zeigefinger daherzukommen. Sie setzen Zeichen für ein friedliches Miteinander in kultureller Vielfalt. Dabei entwirft Suljic griffige Bilder, die emotional berühren, sich nachvollziehen, aber auch problemlos ins eigene Erleben übertragen lassen. Ein Beispiel ist die Geschichte zweier Schafe, deren Nachwuchs - zur großen Überraschung beider Eltern - ein schwarzes Fell trägt.
Sie verteidigen ihren Sprössling dennoch mit aller Macht gegen üble Nachrede und dumme Anfeindungen. Der "allermutigste Mann" setzt ein Zeichen für Gewaltlosigkeit und deklassiert protziges Gehabe. "Der allermutigste Mann fängt mit dem Frieden bei sich selber an."
Mit viel Fantasie
Der Liedermacht knüpfte an die Fantasie der Kinder unmittelbar an. Er zitierte skurrile Figuren auf die Bühne wie die Hexe mit der grünen Nase. "Pfui Deibel igitt, igitt" heißt es im Refrain ihres Hexentranks. Die Kinder wussten, was sie von dem grässlichen Gebräu zu halten hatten. Wer trinkt schon gern "Schneckenfühlertee", "schwarzen Warzentee" oder "Krötengrütze" aus der Pfütze. Für sie war es ein gefundenes Fressen, um sich auszutoben und lautstark mitzusingen. Auf der anderen Seite die Entdeckung des eigenen Schattens, ein Song, der eine spielerische Leichtigkeit spiegelt. Sie korrespondiert mit der Darstellung auf der Bühne, als Kinder versuchten, ihren eigenen Schatten zu fangen. Der Liedermacher trifft die Sprache der Kinder.
Er kennt ihre Neugierde, ihre Ängste und hat Antworten, die den Adressaten erreichen. Denn: Er nimmt sie ernst.
Während des gesamten Konzerts war viel Leben nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Publikum. An einer Stelle spielte sogar das ganze Parktheater zu rockigen Rhythmen auf der Luftgitarre. moni
Bergsträßer Anzeiger 15.12.2009
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