Was sagt Warren Buffet über die Ungerechtigkeit der Besteuerung eines Milliardärs und seiner Sekretärin?
Warren Buffett hat diese Thematik in einem viel beachteten Kommentar in der New York Times im August 2011 öffentlich gemacht. Sein Kernargument ist die strukturelle Ungerechtigkeit des US-Steuersystems, die dazu führt, dass extrem vermögende Menschen aufgrund der Art ihres Einkommens prozentual weniger Steuern zahlen als ihre Angestellten.
Hier sind die wichtigsten Punkte seiner Argumentation:
Der Vergleich: Buffett legte damals seine eigene Steuererklärung offen. Er stellte fest, dass er persönlich einen Steuersatz von 17,4 % auf sein zu versteuerndes Einkommen zahlte. Gleichzeitig zahlten die Angestellten in seinem Büro – darunter auch seine Sekretärin Debbie Bosanek – deutlich höhere Steuersätze, die im Bereich zwischen 33 % und 41 % lagen.
Die Ursache: Der Grund für dieses Missverhältnis ist die Besteuerungsstruktur. Ein Großteil des Einkommens von Superreichen wie Buffett stammt aus Kapitalerträgen (Dividenden, Zinsen, Kursgewinne), die in den USA oft niedriger besteuert werden als das Arbeitseinkommen, von dem die Mehrheit der Bevölkerung lebt.
„Verhätschelung“ der Reichen: Buffett kritisierte scharf, dass die US-Regierung die Superreichen durch dieses System seit Jahren „verhätschelt“ (coddled). Er widersprach dabei der gängigen Behauptung, dass höhere Steuern für Superreiche Investitionen abschrecken würden, und betonte, dass dies in der Vergangenheit nie der Fall gewesen sei.
Forderung: Er forderte ein „gemeinsames Opfer“ und appellierte an den Kongress, die Lasten der Staatsfinanzierung gerechter zu verteilen, anstatt sie primär auf die Mittelschicht abzuwälzen.
Buffetts Sekretärin, Debbie Bosanek, wurde nach der Veröffentlichung des Artikels zu einer Art Symbolfigur für diese steuerliche Ungleichheit. Buffett nutzte dieses konkrete Beispiel, um zu verdeutlichen, dass das System Menschen mit extremem Kapitalvermögen systematisch bevorzugt, während Menschen, die durch Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen, prozentual stärker belastet werden.
Finden Sie, dass eine stärkere Besteuerung von Kapitalerträgen im Vergleich zu Arbeitseinkommen ein effektiver Weg ist, um die soziale Ungleichheit zu verringern?
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