Wie kam es 2025 zu einer Schuldenaufnahme der Bundesrepublik in bisher nie dagewesener Höhe, welche Parteien stimmten dafür und wie hoch war die neue Schuldenaufnahme insgesamt?

Das Jahr 2025 markierte finanzpolitisch eine historische Zäsur für die Bundesrepublik Deutschland. Nach dem Scheitern der Ampel-Koalition Ende 2024 und der vorgezogenen Bundestagswahl im Februar 2025 kam es zu einer Reform der Schuldenbremse und der Verabschiedung eines massiven Investitionspakets.

Hier sind die Details zur historischen Schuldenaufnahme:

1. Die Höhe der Schuldenaufnahme

Die Neuverschuldung für das Jahr 2025 erreichte ein Rekordniveau, das sich aus zwei Komponenten zusammensetzt:

  • Nettokreditaufnahme im Kernhaushalt: Diese wurde im finalen Haushaltsbeschluss vom September 2025 auf 81,87 Milliarden Euro festgesetzt.

  • Sondervermögen: Zusätzlich wurde ein gigantisches Sondervermögen für „Infrastruktur und Klimaneutralität“ in Höhe von 500 Milliarden Euro (verteilt auf 12 Jahre) ins Grundgesetz geschrieben.

Zusammengenommen mit den geplanten Kreditaufnahmen der Folgejahre (prognostiziert bis zu 173 Mrd. Euro jährlich) begab sich Deutschland damit auf ein Verschuldungsniveau, das weit über den Vorjahren (2024: ca. 50 Mrd. Euro) lag.

2. Warum kam es dazu? (Die Gründe)

Drei wesentliche Faktoren trieben die Schuldenlast in die Höhe:

  • Modernisierungsschub & Infrastruktur: Nach jahrelangem „Investitionsstau“ wurde ein massives Programm für die Schiene, den Wohnungsbau und die digitale Transformation aufgelegt.

  • Verteidigung: Die veränderte Sicherheitslage erforderte dauerhaft höhere Ausgaben. Durch eine Grundgesetzänderung wurden Verteidigungsausgaben, die 1 % des BIP übersteigen, von der Schuldenbremse ausgenommen.

  • Wirtschaftliche Stagnation: Ein sogenannter „Investitionsbooster“ sollte die anhaltende Wachstumsschwäche der deutschen Wirtschaft bekämpfen.

3. Welche Parteien stimmten dafür?

Die politische Landschaft ordnete sich nach der Wahl im Februar 2025 neu. Die entscheidende Grundgesetzänderung zur Lockerung der Schuldenbremse wurde am 18. März 2025 im Bundestag mit der notwendigen Zwei-Drittel-Mehrheit beschlossen:

LagerParteien / Gruppen
DafürCDU/CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen
DagegenAfD, FDP, Die Linke und BSW

Besonders bemerkenswert war hierbei die „Wumms-Wende“ der Union unter Friedrich Merz, die zuvor als strikte Verfechterin der Schuldenbremse galt, nun aber gemeinsam mit der SPD die Reform anführte, um Handlungsspielraum für die neue Regierung zu schaffen.


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