Marianne Fredrikssons Roman „Simon und die Eichen“ (Original: Simon och ekarna)
In Marianne Fredrikssons Roman „Simon und die Eichen“ (Original: Simon och ekarna) spielt die Familie Goldschmidt (nicht „von Bredenauer“) die entscheidende Rolle als Gegenentwurf und Ergänzung zur Arbeiterfamilie des Protagonisten Simon.
Der Name „von Bredenauer“ taucht in Fredrikssons Hauptwerk nicht auf; es ist wahrscheinlich, dass hier eine Verwechslung mit einer anderen skandinavischen Saga vorliegt. In „Simon und die Eichen“ ist es die jüdische Familie Goldschmidt (insbesondere Ruben und sein Sohn Thomas), die das Schicksal des Protagonisten bestimmt.
Die Rolle der Familie Goldschmidt
Die Goldschmidts fungieren als Katalysator für Simons Entwicklung und als Spiegelbild der Zeitgeschichte (Zweiter Weltkrieg):
Geistige Heimat: Simon wächst bei seinen Adoptiveltern Karin und Erik Larsson in einfachen Verhältnissen auf. Durch die Freundschaft mit Thomas Goldschmidt findet er in dessen Vater Ruben, einem gebildeten Buchhändler, einen intellektuellen Mentor. Ruben führt Simon in die Welt der Kunst, Musik und Philosophie ein.
Die jüdische Identität: Simon erfährt erst spät, dass er selbst jüdischer Abstammung ist. Die Goldschmidts werden für ihn zum Ankerpunkt, um dieses unterdrückte Erbe zu verstehen und die Angst vor der Judenverfolgung im benachbarten Deutschland psychologisch zu verarbeiten.
Soziale Symbiose: Es entsteht eine tiefe Verbindung zwischen den beiden Familien. Während Ruben Goldschmidt Simon Bildung schenkt, bringt Simons Adoptivvater Erik dem Goldschmidt-Sohn Thomas praktische Fähigkeiten (Bootsbau) bei. Die Familien stützen sich gegenseitig in der Zeit der Kriegsangst.
Schutzraum: Die Villa der Goldschmidts wird zu einem Ort der Zuflucht, an dem die soziale Herkunft zugunsten einer tiefen, menschlichen Verbundenheit in den Hintergrund tritt.
Zusammenfassung der zentralen Figuren
| Figur | Rolle |
| Simon Larsson | Der Protagonist, der zwischen zwei Welten aufwächst. |
| Ruben Goldschmidt | Der wohlhabende Buchhändler, Simons geistiger Vater. |
| Thomas Goldschmidt | Simons bester Freund, der unter dem Trauma der Verfolgung leidet. |
| Karin & Erik | Simons einfache, aber liebevolle Adoptiveltern. |
Das zentrale Thema des Romans ist die Wahlverwandtschaft: Fredriksson zeigt, dass Familie nicht nur durch Blut, sondern durch geistige und emotionale Wahl entsteht.
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