Marianne Fredriksson: „Hannas Töchter“ (Originaltitel: Anna, Hanna och Johanna)
„Hannas Töchter“ (Originaltitel: Anna, Hanna och Johanna) ist der bekannteste Roman der schwedischen Autorin Marianne Fredriksson. Das Buch erzählt die Geschichte von drei Generationen schwedischer Frauen über einen Zeitraum von rund 100 Jahren (von ca. 1870 bis in die 1990er Jahre).
Der Roman ist als eine Art Rückschau konzipiert: Die Enkelin Anna versucht, die Lebensgeschichten ihrer Mutter und Großmutter zu rekonstruieren, um ihre eigene Identität und die schwierige Beziehung zu ihrer Mutter zu verstehen.
Die drei Generationen
1. Hanna (geboren ca. 1871) – Die Ur-Mutter
Hanna wächst in extremer Armut im ländlichen Dalsland an der Grenze zu Norwegen auf. Ihr Leben ist geprägt von harter körperlicher Arbeit und dem Überlebenskampf in einer archaischen Welt.
Schicksalsschlag: Als junges Mädchen wird sie vergewaltigt, wird schwanger und muss ihr Kind unter harten Bedingungen großziehen.
Rolle: Sie verkörpert die Generation der Frauen, die schwiegen und funktionierten. Ihr Leben ist von Natur, Aberglauben und einer tiefen, oft wortlosen Stärke geprägt. Später zieht sie mit ihrem Mann nach Göteborg, wo sie den Übergang zur Industrialisierung miterlebt.
2. Johanna (geboren ca. 1902) – Die Aufsteigerin
Hanas Tochter Johanna repräsentiert den sozialen Aufstieg Schwedens und die Entstehung des Wohlfahrtsstaates (Folkhemmet).
Entwicklung: Sie distanziert sich von der ländlichen Enge ihrer Mutter, bildet sich weiter und engagiert sich politisch für Frauenrechte und soziale Gerechtigkeit.
Konflikt: Trotz ihres Erfolges leidet sie unter der emotionalen Distanz zu ihrer Mutter Hanna und schämt sich zeitweise für deren einfache Herkunft. In ihren späteren Jahren erkrankt sie an Demenz, was den Anstoß für ihre Tochter Anna gibt, die Familiengeschichte zu erforschen.
3. Anna (die Gegenwart) – Die moderne Frau
Anna ist eine gebildete, erfolgreiche Schriftstellerin in den 1990er Jahren. Sie führt ein scheinbar emanzipiertes Leben, fühlt sich aber innerlich leer und unverstanden.
Suche: Durch Tagebücher, alte Fotos und Gespräche am Krankenbett ihrer Mutter versucht sie, das Schweigen der Generationen zu brechen.
Erkenntnis: Sie erkennt, dass viele ihrer eigenen Ängste und Verhaltensmuster in den unbewältigten Traumata ihrer Vorfahrinnen wurzeln.
Zentrale Themen des Romans
Mutter-Tochter-Beziehungen: Das oft schmerzhafte Erbe von Erwartungen, Enttäuschungen und Missverständnissen, das von einer Generation an die nächste weitergegeben wird.
Sozialgeschichte Schwedens: Der Wandel von einer bitterarmen Agrargesellschaft zu einem modernen, wohlhabenden Industriestaat, gespiegelt im Leben der drei Frauen.
Das Schweigen: Fredriksson thematisiert, wie Traumata (wie Vergewaltigung, Armut oder Kriegsangst) in Familien verschwiegen werden und gerade dadurch eine zerstörerische Kraft über Generationen hinweg entfalten.
Versöhnung: Das Buch endet mit dem Versuch der Versöhnung durch Verständnis – Anna erkennt, dass sie ihre Mutter und Großmutter nicht verurteilen kann, wenn sie deren Lebensumstände begreift.
Wichtiger Hinweis: Falls Sie im Zusammenhang mit diesem Buch nach dem Namen „von Bredenauer“ suchen (wie in Ihrer vorherigen Frage): Dieser Name taucht in Hannas Töchter nicht als Hauptcharakter auf. Es ist möglich, dass Sie hier Details aus verschiedenen Werken von Fredriksson oder anderen skandinavischen Familiensagas kombinieren.
Möchten Sie, dass ich die Rolle einer bestimmten Nebenfigur in diesem Roman näher beleuchte oder einen Vergleich zu „Simon und die Eichen“ ziehe?
Kommentare
Kommentar veröffentlichen