Inwiefern könnte der Verlag Altneuland Press dazu beitragen, dass die hebräische Öffentlichkeit internationaler wird?

 Der Verlag Altneuland Press, gegründet unter anderem vom Philosophen Omri Boehm, verfolgt eine ambitionierte Mission: Er möchte den hebräischen intellektuellen Diskurs aus einer gewissen isolationistischen Enge befreien und ihn wieder stärker an universale, aufklärerische Werte binden.

Hier sind die zentralen Wege, wie dieser Verlag dazu beitragen kann, die hebräische Öffentlichkeit internationaler zu gestalten:


1. Übersetzung von Weltliteratur und Philosophie

Ein Kernaspekt der Internationalisierung ist der Zugang zu globalen Ideen. Altneuland Press konzentriert sich darauf, Klassiker der Aufklärung und zeitgenössische Denker ins Hebräische zu übersetzen, die bisher im israelischen Buchmarkt unterrepräsentiert waren.

  • Gemeinsames Vokabular: Indem Texte von Kant, Spinoza oder modernen Universalisten zugänglich gemacht werden, erhält die israelische Leserschaft die begrifflichen Werkzeuge, um auf Augenhöhe mit der globalen akademischen Welt zu diskutieren.

  • Überwindung der Sprachbarriere: Viele tiefgründige Debatten finden auf Englisch oder Deutsch statt. Die hochwertige Übersetzung ermöglicht es auch denjenigen, die keine Fremdsprachen auf akademischem Niveau beherrschen, an diesem Diskurs teilzunehmen.

2. Wiederbelebung des Universalismus

Der Name „Altneuland“ bezieht sich direkt auf Theodor Herzls utopischen Roman. Der Verlag versucht, die Vision eines liberalen, weltoffenen jüdischen Staates zu reaktivieren.

  • Abkehr vom Partikularismus: In den letzten Jahren war der öffentliche Diskurs in Israel stark von nationalen und religiösen Besonderheiten geprägt. Altneuland Press setzt dem universale Fragen nach Ethik, Gerechtigkeit und Vernunft entgegen.

  • Integration in die "Republic of Letters": Durch die Auswahl der Themen wird die israelische Öffentlichkeit Teil einer weltweiten Gemeinschaft von Lesern, die sich mit denselben fundamentalen menschlichen Fragen beschäftigen.

3. Intellektuelle Provokation und Debatte

Internationalisierung bedeutet auch, sich unbequemen Fragen zu stellen, die über den Tellerrand der eigenen Landesgrenzen hinausgehen.

  • Kritik am Status Quo: Autoren wie Omri Boehm fordern eine Rückbesinnung auf Werte, die über die aktuelle Realpolitik hinausgehen. Dies zwingt die hebräische Öffentlichkeit dazu, lokale Probleme im Kontext globaler moralischer Standards zu bewerten.

  • Vernetzung der Denker: Der Verlag fungiert als Plattform, die internationale Intellektuelle (wie z. B. Eva Illouz) enger mit dem lokalen Publikum verzahnt.


Zusammenfassung der Wirkungspotenziale

BereichBeitrag zur Internationalisierung
SpracheSchafft ein modernes hebräisches Vokabular für globale philosophische Konzepte.
InhaltBringt Themen wie den Kantianischen Universalismus in die israelische Mitte.
IdentitätDefiniert das „Hebräisch-Sein“ nicht als Isolation, sondern als Teil der Weltbürgergesellschaft.

„Das Ziel ist es, das Hebräische als eine Sprache des universalen Denkens zu rehabilitieren – nicht nur als Sprache eines Volkes, sondern als Medium für die gesamte Menschheit.“

Altneuland Press wirkt also wie ein kultureller Filter und Verstärker, der globale Ideen nach Israel importiert und gleichzeitig die lokale Debatte so veredelt, dass sie wieder anschlussfähig an den Rest der Welt wird.

Möchten Sie mehr darüber erfahren, welche konkreten Autoren oder Werke bereits bei Altneuland Press erschienen sind, um ein Gefühl für deren Programmatik zu bekommen?

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